Bei uns wird der MAIBAUM noch traditionell mit drei (3 = die Zahl der Vollkommenheit - Körper, Geist und Seele; Dreifaltigkeit; Unterwelt, Erde und Himmel; Erde, Mond und Sterne, Sonne etc.) Reifen geschmückt wobei der obere für die Wintersonnenwende (21. Dezember = Mitwinter = Wiedergeburt des Lichtes; Beginn des neuen Sonnenjahres; der Tag, das Licht nimmt wieder zu!), der mittlere für die Frühlingsgleiche (21. März) und Herbstgleiche (21. September), zwischen denen die Hochzeit des Jahres liegt, und der untere für die Sommersonnenwende (früher 24. Juni, heute 21. Juni = Mitsommer = längster Tag = da Sonnenjahr beginnt sich auf seinem Höhepunkt zu neigen) steht.

Die Reifen selber schmücken Stoffbänder (KEINE Plastik-Absperrbänder - sie sind eine gedankenlose, entwertende Unart!!) in rot und weiß.

Rot = die Farbe des Feuers und des Blutes, des Lebens und der Liebe; Rot drückt

Kostbarkeit - Purpur [Purpurmäntel: Könige, Kardinäle, Senat, Verfassungsrichter etc.] - aus; mit einem rote Ei, welches das Mädchen zu Ostern ihrem „Auserwählten" oderihrem geliebten Mann schenkt, konnte (und kann es auch noch heute) früher ein

Mädchen „aktiv werden" und einem Burschen ihr Interesse an ihm bekunden, ihm

dezent wissen lassen, dass sie ihn mag;

und

Weiß = das Licht, die Reinheit => der Neubeginn; auch der Stamm ist nahezu weiß (z.B.: Geburt, Taufe, Braut in manchen Kulturen auch der Tod der ja auch ein Übergang und somit einen Neubeginn darstellt); sind aufgrund ihrer Bedeutung zu traditionellen Kultfarben geworden und zudem, gewiss auch aus dieser tiefen Bedeutung gewachsen, unsere Landesfarben.

Ferner gehört der Maibaum ebenso zu den Festbäumen in Brauchtum und im Jahreskreis, zu denen auch die Prangstangen, der Richtbaum, der Schützenbaum (verziert mit Wappen und Darstellungen aus dem Schützenwesen etc., auch äußerlich durchaus dem bayr. Maibaum ähnlich) und den Jahreskreis beschließend, eigentlich, und kirchlich ist es auch so, aber eröffnend (GEBURT Christi = Überwindung des Todes [Wintersonnenwende] = Geburt des Liches), auch der Christbaum gehören wie auch die in früheren Zeiten sehr bedeutenden Freiheitsbäume (für viele heute eher kaum verständlich, siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Freiheitsbaum) gehören.

Durch die Vergnüglichkeiten um, am und im Bereich des Maibaumes bemühte man sich der Eigenschaften, die ich bereits beschrieb, die dem Maibaum zugeschrieben werden, habhaft zu werden.

Der Tanz um den Baum hat an sich dabei einen großen kultischen Anteil ebenso wie er auch gesellschaftlich bedeutend ist. Der Tanz selbst schafft Beziehungen, festigt Beziehungen, fördert das „WIR-Gefühl" wie auch den Respekt vor den anderen „WIRs", fördert also die Gemeinschaft, ist gut für die Gesellschaft per sé. Der gemeinsame Tanz um den Maibaum brachte einerseits stets die (heiratswillige -fähige) Jugend zusammen, und sorgte allein dadurch auch wieder für die

Weitergabe des Lebens. Auch das harmonisch respektvolle Miteinander von jung- und alt wird dabei gefördert und gepflegt.