„Mia kemmand all‘ samt von drauß’n her,

durch Straß’n, Gass’n, kreuz und quer,

hier woll’n wir unsern Achta springen

und a die Reverenz darbringen,

mit unserer weißen Glöcklerschar,

Glück und Segen für’s neiche Jahr!”

 

Mit diesem Glöcklerspruch wurde im Jahr 1968 der Glöcklerlauf in der Stadt Salzburg zum ersten Mal durch die Brauchtumsgruppe Jung Alpenland in der jetzigen Form durchgeführt und wiederbelebt. Im Jahr 2017 freuen wir uns, zum fünfzigsten Mal unsere Kreise und Achter durch die Stadt Salzburg zu ziehen und feiern dieses Jubiläum gebührend.

 

Alljährlich am Abend des 5. Jänner - der sogenannten „forsten Rauhnacht“ - läuft unsere Pass, bestehend aus mindestens 12 (meist jedoch 25 bis 30) Glöcklern, beim traditionellen Lauf vom Gruppenheim im Nonntal durch Straßen, Gassen und über Plätze in Richtung Altstadt. Dabei werden  symbolische Figuren wie Kreise, Achter, Schnecken und Schlangenlinien gezogen und Brunnen als Lebenssymbole umrundet. Der Vorspion führt die Pass sicher durch die Nacht und gibt mit seinem Kuhhornruf den Auftakt zu den einzelnen Figuren der Glöckler - so auch zur Perchtenreverenz, womit die Verbundenheit der Perchten zur Mutter Erde symbolisiert wird.

 

Die Glöckler sind freundliche, helle „Lichterperchten“ und gehören zu den Schönperchten. Durch ihr Licht sollen sie die Finsternis und Kälte des zu Ende gegangenen Jahres besiegen. Das rhythmische Stampfen, das Läuten der Schellen und Glocken soll die bösen Dämonen vertreiben, die freundlichen, guten Geister des neuen Jahres und die Samen und Keime in der gefrorenen Erde zu wiederkehrendem Leben erwecken. Die Glöcklerkappen wurden in ihren ursprünglichen symbolischen Formen des Wachstums und der Fruchtbarkeit in klarem und doch künstlerischem Ausdruck gestaltet. Typische Kappenformen sind zum Beispiel die Sturmhaube, Pyramiden, Rauten, Trommel, Sonne, Mond und verschiedenste Sterne. 

 

Dazu wurden die Flächen der Kappen mit Lebenssymbolen in ihrer vielfältigen Art und in verschiedensten Farben verziert. Aber auch die Kleidung in Form der weißen Hose, Schellen und Glocken, gestickten Ranzen, Trachtenhemd mit Seidenbündel und gewebten Hosenträgern, unterstreichen den Lichterbrauch. 

 

Für unser Jubiläum wurden nun gleich vier neue Glöcklerkappen gebaut. Drei davon werden mit den Wappen der Stadt Salzburg, des Landes sowie des Erzbistums geschmückt. Die vierte Kappe ist unser neues Kreuz mit den Segenswünschen fürs neue Jahr.